Adaptation der Straßenverkehrsinfrastruktur an den Klimawandel

Teilprojekt 2
Analyse der Auswirkungen des Klimawandels auf den Straßenbetriebsdienst (KliBet)
Bildquelle: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)

Beschreibung

Im Rahmen des Klimawandels kommt dem Straßenbetriebsdienst eine Doppelrolle zu: Zum einen haben künftige Klimaveränderungen wie steigende Temperaturen oder veränderte Schneefallmuster Auswirkungen auf die Wartung und Pflege von Straßenverkehrsinfrastruktur – der Kernleistungen des Betriebsdienstes. Zum anderen ist der Treibhausgasausstoß des Straßenverkehrs eine wesentliche Ursache des Klimawandels. Hier besteht die Möglichkeit, dass der Betriebsdienst zum Beispiel durch die Vermeidung von Verkehrsstaus einen Beitrag zur Reduktion des Treibhausgasausstoßes leistet.

Vor diesem Hintergrund hatte KliBet folgende Ziele:

  • die Analyse des Witterungseinflusses auf die Leistungen des Straßenbetriebsdienstes,
  • die regional differenzierte Prognose der zu erwartenden Klimaveränderungen auf Basis vorhandener globaler Studien zum Klimawandel,
  • die Ableitung der Auswirkungen dieser Klimaveränderungen auf alle Leistungen des Straßenbetriebsdienstes gemäß des Leistungshefts und
  • die Ableitung von Möglichkeiten zur Reduzierung des Treibhausgasausstoßes im Straßenverkehr durch den Straßenbetriebsdienst.

Methodik

Im Projekt wurden die möglichen klimatischen Einflüsse auf die einzelnen Betriebsdienstleistungen gemäß dem Leistungsheft des Straßenbetriebsdienstes herausgearbeitet. Um den Einfluss der Witterung auf diese Leistungen zu analysieren, wurden im Rahmen von KliBet 12 Straßen- und Autobahnmeistereien ausgewählt. Die Meistereien aus den Bundesländern Hessen, Bayern, Brandenburg; Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sind repräsentativ für unterschiedliche Klimagebiete, Topographien und verkehrliche Randbedingungen.

Die Personaleinsatzstunden der Meistereien aus den Jahren 2006-2011 dienten KliBet als wesentliches Maß für den Arbeitsaufwand, der zur Erfüllung von verschiedenen Leistungen wie z. B. Winterdienst oder Mäharbeiten notwendig ist. Dem gegenüber stehen Wetterdaten, die von den Messstationen innerhalb der Meistereinetze aufgezeichnet wurden. Diese beiden Datenquellen bildeten den Input der Korrelationsanalyse: Für die wichtigsten Leistungsbereiche ist untersucht worden, ob ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Witterung und dem Arbeitsaufwand besteht.

Mithilfe regionaler Klimaprojektionen auf Basis des statistischen Klimamodells STARS (Statistical Analogue Resampling Scheme) konnten differenzierte Klimaprognosen für die 12 betrachteten Meistereien erstellt werden. Durch die Überlagerung der Korrelation zwischen Witterungseinfluss und Arbeitsaufwand mit den differenzierten Klimaprognosen konnten anschließend die Auswirkungen der Klimaveränderungen auf den Aufwand des Straßenbetriebsdienstes prognostiziert werden.


Ergebnisse

Bis 2030 zeigt die Klimaprojektion nur geringe Änderungen der Lufttemperatur. Erst in den darauf folgenden Jahrzehnten ist mit einem deutlichen Anstieg zu rechnen. Die Niederschläge werden im Winter zu- und im Sommer abnehmen. Regionale Unterschiede dieser Entwicklungen sind nur schwach ausgeprägt.

Für den Winterdienst können die stagnierenden Temperaturen bei gleichzeitigem Anstieg der Niederschläge bis 2030 zu einer mittleren Zunahme von Einsatzstunden und Salzverbrauch um etwa 10 Prozent führen. Danach ist mit einer deutlichen Reduktion der Einsatzstunden sowie der erforderlichen Salzmengen um durchschnittlich 16 Prozent bis 2050 und um 40 Prozent bis 2080 gegenüber den Referenzjahren 1991 bis 2010 zu rechnen. Die Aufwendungen infolge von Frostschäden an Fahrbahnen werden sich bis 2030 kaum verändern. Erst danach wird es voraussichtlich zu einem signifikanten Rückgang der Frostschäden kommen.

Auch für die Grasmahd wird der Aufwand bis 2030 stabil bleiben. Erst danach ist mit einer Zunahme zu rechnen.

Die Auswirkungen optimierter Leistungserbringungen auf den CO2-Ausstoß werden im Vergleich mit den Gesamtemissionen durch den Straßenverkehr als gering angesehen.


Projektdaten

Projektlaufzeit: 01.06.2012 bis 30.12.2013

Auftragnehmer:
Institut für Immobilienökonomie, Infrastrukturplanung und Projektmanagement, Hochschule Biberach
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)

Ansprechpartner:
BASt Referat Z5
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Top

bmvi

bmvilogo strasse21BaSt

bmvi

strasse21bast

logo strasse21BaSt