Adaptation der Straßenverkehrsinfrastruktur an den Klimawandel

Die Straßenverkehrsinfrastruktur ist einer sich ständig wandelnden Umwelt ausgesetzt: technologischer Fortschritt, demographischer Wandel und das sich ändernde Klima sind die Rahmenbedingung an die sich das heutige Straßenwesen anpassen muss.

Auch wenn das genaue Ausmaß des Klimawandels und seiner Auswirkungen mit Unsicherheiten behaftet ist, gilt es als gewiss, dass Extremwetterereignisse wie Hitzeperioden und Starkregen zunehmen werden. Welche Folgen das für die Straßenverkehrsinfrastruktur haben kann, zeigt die Vergangenheit: Langanhaltende Hitzeperioden können zu Hitzeschäden bei Asphalt- und Betonfahrbahnen führen (Spurrinnenbildung, Abplatzungen). Starke Niederschläge sind bisweilen dafür verantwortlich, dass Teile der Straßeninfrastruktur überschwemmt werden. Das gefährdet Verkehrsflüsse und -teilnehmer.

Die projizierten Klimaveränderungen stellen daher eine Herausforderung für die Sicherheit und die Betriebsfähigkeit von Straßen, Tunneln, Brücken und anderen Infrastrukturbauten dar. Gerade die langen Nutzungsdauern der Bauwerke machen es notwendig, schon heute künftige Klimaveränderungen bei Planung und Bau zu berücksichtigen. Nur so können finanzielle Mittel effizient eingesetzt und die Verkehrssicherheit auf einem hohen Niveau gewährleistet werden. In Zukunft wird darüber hinaus die Integration von Fragen der Klimaanpassung in die Erhaltung und den Betrieb der Straßenverkehrsinfrastruktur an Bedeutung gewinnen.

Die Bundesregierung hat 2008 in der „Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel" (DAS) den Bereich Verkehr (darunter: Straßeninfrastruktur) als ein Schwerpunktthema zur Anpassung an den Klimawandel identifiziert. Als wichtige Ansatzpunkte für die Anpassung nennt sie die Dimensionierung der Entwässerungsinfrastruktur, damit sie stärkeren Niederschlägen standhalten kann, sowie die durch Hitze gefährdeten Straßenbeläge, welche durch die Anwendung neuer und modifizierter Baustoffe angepasst werden können.

Mit ihrer zentralen, geographischen Position innerhalb Europas, kann die Straßenverkehrsinfrastruktur in Deutschland jedoch nicht nur national gedacht werden. Daher kommt grenzübergreifenden Lösungen eine hohe Bedeutung zu. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) arbeitet deshalb in europäischen und internationalen Netzwerken an der Entwicklung grenzübergreifender Anpassungsaktivitäten. Vor allem im Rahmen des „Forum of European National Highway Research Laboratories" (FEHRL) oder der Conference of European Directors of Roads (CEDR) findet ein europäischer Austausch von Forschungseinrichtungen und Behörden im Bereich Straßeninfrastruktur statt.

Um den künftigen Herausforderungen gerecht zu werden, hat die BASt eine Roadmap zur Anpassung der Straßenverkehrsinfrastruktur an den Klimawandel entwickelt. Hauptziel der Roadmap ist es, bis 2030 alle Hauptverbindungen „klimafest" zu machen – durch die praktische Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen und die Änderung der entsprechenden technischen Regelwerke. Der erste Meilenstein auf dem Weg zu einer angepassten und resilienten Straßenverkehrsinfrastruktur ist das von der BASt initiierte Forschungsprogramm „Adaptation der Straßenverkehrsinfrastruktur an den Klimawandel", kurz AdSVIS.

Im Rahmen der 15 Teilprojekte von AdSVIS werden bis Ende 2014 die Verwundbarkeiten einzelner Elemente der Straßenverkehrsinfrastruktur analysiert, Anpassungsoptionen entwickelt und erprobt sowie die Auswirkungen des Klimawandels auf den Betriebsdienst bewertet. Im Mittelpunkt der Forschung stehen dabei die Bundesfernstraßen, allerdings können die Forschungsergebnisse teilweise auch auf Landes- oder Kreisstraßen sowie andere Verkehrsträger übertragen werden.
Roadmap der BASt zur Anpassung der Straßenverkehrsinfrastruktur an den Klimawandel

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