Adaptation der Straßenverkehrsinfrastruktur an den Klimawandel

Das deutsche Bundesfernstraßennetz umfasst ca. 12.900 km Bundesautobahnen und ca. 39.600 km Bundesstraßen (zusammen ca. 53.000 km) etwa 39.000 Brücken und mehr als 240 Tunnel. Sie stellen ein Gesamtvermögen von rund 360 Milliarden Euro dar. Da Straßen eine geplante Nutzungsdauerdauer von 30 bis 50 Jahren haben, Brücken- und Tunnelbauwerke 80 bis 100 Jahre bestehen sollen, ist es schon heute notwendig, die Regelwerke für den Straßen- und Brückenbau so anzupassen, dass sie die Folgen des projizierten Klimawandels berücksichtigen. Dafür hat die BASt im Jahr 2011 das Forschungsprogramm AdSVIS initiiert.

AdSVIS besteht aus 15 Teilprojekten, die gemeinsam darauf abzielen,

  • die Auswirkungen des Klimawandels auf die Straßenverkehrsinfrastruktur und den Straßenbetriebsdienst zu analysieren,
  • Vulnerabilitätsbewertungen für einzelne Elemente der Straßenverkehrsinfrastruktur durchzuführen und
  • Anpassungsoptionen und -technologien zu entwickeln und zu erproben.

AdSVIS identifiziert damit klimawandelbedingte Risiken, die bei der Planung und im Bau oder während des Betriebs und der Erhaltung auftreten können. Es werden also Hinweise geliefert, wie stark sich die Lebensdauer durch die Auswirkungen des Klimawandels verkürzt und wie eine ausreichende Lebensdauer durch Anpassungsmaßnahmen erreicht werden kann.

In einem ersten Schritt werden mögliche klimawandelbedingte Risiken für die Straßenverkehrsinfrastruktur identifiziert. Dafür werden regionale Klimamodelle ausgewertet und mit den Straßennetzdaten verschnitten, um die vom Klimawandel betroffenen und gefährdeten Elemente der Straßeninfrastruktur zu erkennen. Anschließend werden diese Daten für die Erstellung von Verwundbarkeitsanalysen verwendet, Kriterien für die gefährdete Infrastruktur abgeleitet und Anpassungsmaßnahmen entwickelt. So können Risiken für die Straßenverkehrsinfrastruktur frühzeitig erkannt und Maßnahmen zu ihrer Minderung ergriffen werden.

Im Zentrum von AdSVIS steht das Projekt „Risikoanalyse Verkehrsachsen des Bundesfernstraßennetzes im Kontext des Klimawandels" (RIVA). Ziel des Projektes war es, eine Methodik für die Identifikation, Analyse und Bewertung der Risiken des Klimawandels zu entwickeln und an ausgewählten Streckenabschnitten im deutschen Teil des TEN-T (Transeuropäisches Netz – Transport) zu validieren.

Weitere Projekte befassen sich insbesondere mit der Dimensionierung von Straßenentwässerungseinrichtungen und dem temperaturabhängigen Verhalten von Asphalt- und Betonbefestigungen sowie den Auswirkungen des Klimawandels auf Brücken und Tunnelbauwerke.

Da der Klimawandel nicht nur direkte Schäden an Straßen und Infrastrukturbauwerken verursachen kann, beschäftigt sich AdSVIS auch mit Hang- und Böschungsrutschungen an Straßen sowie mit Fragen des Betriebsdienstes. So können die Folgen des Klimawandels für die Straßenverkehrsinfrastruktur breit gefächert abgebildet und beurteilt werden. Dies ist zentral, um Anpassungsmaßnahmen zu erarbeiten, Regelwerke weiterzuentwickeln und die Straßeninfrastruktur resilient zu gestalten.

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